Bauen Kosten Wollen – Wie geht bezahlbarer Wohnraum?

14. Bielefelder Kongress Stadtentwicklung

23. Mai 2019 | Stadthalle Bielefeld

Deutschland ist gebaut! Dieses Credo bestimmte die Stadtentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten. Doch die Zeiten haben sich geändert: Nicht nur in den prosperierenden Metropolregionen fehlt es inzwischen an qualitätsvollem und zugleich bezahlbarem Wohnraum, auch in Regionen, die bis vor kurzem einen Überhang an Wohnungsangeboten aufwiesen, spitzt sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu. Die Lösung für dieses Problem scheint denkbar einfach: Es muss mehr gebaut werden! Doch die steigenden Baukosten und die fehlenden verfügbaren Flächen erschweren dies in erheblichem Maße. Dringend gesucht werden Lösungen, die das Bauen wieder bezahlbar machen und die damit der derzeitigen Wohnungsknappheit in unseren Städten entgegenwirken.

Unter dem Motto
BAUEN | KOSTEN | WOLLEN
Wie geht bezahlbarer Wohnraum?

widmet sich der 14. Bielefelder Kongress Stadtentwicklung am 23. Mai 2019 in der Stadthalle Bielefeld der Frage, wie man erschwinglichen Wohnraum schaffen kann, ohne dabei an der erforderlichen Qualität zu sparen. Namhafte Referenten aus Architektur, Politik, Wissenschaft und der Wohnungswirtschaft diskutieren verschiedene Lösungsansätze zur Senkung der Baukosten und zur Belebung bislang ungenutzter Flächenpotenziale. Neben interessanten Vorträgen gibt es mehrere thematische Workshops und eine Ausstellung, die Raum für den Gedankenaustausch bieten.

 


Die Referenten


Barbara Ettinger-Brinckmann

Präsidentin der Bundesarchitektenkammer e.V, Berlin 

Kein Platz mehr? Doppelte Innenentwicklung  und dezentrale Konzentration

Was muss geschehen, damit Stadt und Land in Balance kommen? Welchen Prinzipien muss die Regionalplanung folgen, um die Abwanderung in die Städte und das Ausdörren der ländlichen Gebiete zu stoppen? Welches Leitbild ist für die Planung gültig? Wie bremsen wir den Flächenverbrauch? Wie gestalten wir unsere urbanen Räume – dicht und zugleich vielfältig und lebenswert? Was muss sich am Planungsrecht ändern? Wie und vor allem wo kann bezahlbarer Wohnungsbau neu ent-stehen? Dies sind die Fragen, die Architekten und Stadtplaner gemeinsam mit den Politikern aus Bund, Ländern und Kommunen diskutieren und für die sie Lösungen erarbeiten müssen.

Hilmar von Lojewski

Beigeordneter, Dezernat Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr, Deutscher Städtetag, Berlin

Willste bauen, kostet‘s – Wege zum Bauen als Normalität

Selbst oder durch Dritte zu bauen ist von der Normalität durchschnittlicher Bauwilliger zu einem außerordentlichen Unterfangen unternehmungs-freudiger Investoren und abenteuerlustiger Baufamilien geworden. 

Die Einflussgrößen dafür sind mannigfaltig: ein immer feiner ziseliertes Bauplanungs- und Bauordnungsrecht, eigengesetzliche Regelungen im Wasser-, Umwelt- und Naturschutzrecht, überproportional steigende Grundstückskosten, überbordende und baukostenerhöhende Normen und Standards – die eigenen oder aufgezwungenen Flächen- und Ausstattungsstandards nicht zu vergessen. Der Vortrag versucht, Wege zum Bauen als gesellschaftliche Normalität aufzuzeigen.

Bernhard Faller

Geschäftsführer Quaestio – Forschung & Beratung, Bonn

Wohnungspolitik zwischen Erwartungsflut und Akzeptanzmängeln 

Dass der Wohnungsneubau in vielen Regionen nicht mit der wachsenden Nachfrage Schritt hält, hat auch mit den vielfältigen Erwartungen, die an Neubauvorhaben gerichtet werden, zu tun. 

Diese Erwartungen finden ihren Niederschlag in zunehmenden tech-nischen und fachlichen Anforderungen, damit verbundenen Regulierungen und komplexen Abstimmungsprozessen. Dies äußert sich aber auch in vielfältigen Widerständen aus der Bürgerschaft und der Nachbarschaft („NIMBYism“). Die Fähigkeit, diese vielfältigen Erwartungen sinnvoll zu managen, wird insofern zu einer Schlüsselkompetenz für die Realisierung von Wohnungsneubau. 



Kooperative Stadtentwicklung 2019